Liebe WiPSO-net Netzwerkpartner,

am 14. Mai hatten wir etine ganz besondere Sitzung: Wir trafen uns zum ersten Mal per Video-Konferenz!
Zehn Personen aus verschiedenen Organisationen nahmen daran teil – das ist eine sehr gute Beteiligung!

Einige Highlights aus der Konferenz, das WiPSO-net_Protokoll_14.05..2020 als Link zu dieser Sitzung.

Zudem habe ich Ihnen einige Hinweise zur aktuellen Sitaution, auch mehrsprachige Hinweise, zu Soforthilfen und Antragstellungen, interessante Fortbildungsangeboten als Webinare und zwei Veröffentlichenungen (von Migra Mundi und Inklusion auf zwei Rädern – Fallafel Habibi) unter “Downloads und Links” angefügt.

In der Fortsetzunge meiner E-Mail finden Sie weitere gesammelte Angebote:

“Ich möchte Sie auf folgende Veröffentlichungen vom Zentrum für Trauma und Konflikte, ZTK in Köln hinweisen:

  • Zeitschrift TRAUMA, Heft 1/2020: Schwerpunktthema: Opfer rechter Gewalt
  • Publikationen des VBRG e. V. (Verband der Beratungsstellen für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt)
  • Publikationen der Amadeu Antonio Stiftung

Zeitschrift TRAUMA, Heft 1/2020: Schwerpunktthema: Opfer rechter Gewalt

Herausgegeben von Michaela Kirmes und Rosmarie Barwinski (Asanger Verlag)

Bis zu vier Angriffe täglich registrieren die Beratungsstellen für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in der Bundesrepublik Deutschland. Nach den Recherchen der Amadeu Antonio Stiftung sind seit dem Jahr der Wiedervereinigung 1990 mindestens 198 Todesopfer sowie zwölf weitere Verdachtsfälle auf rechte Gewalt zurückzuführen. Die Dunkelziffer dürfte noch wesentlich höher ausfallen.

Die in der Öffentlichkeit präsenten Verbrechen, wie der Mord an dem Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke (2019), die mit „NSU 2.0“ unterzeichneten Drohbriefe an eine Frankfurter Anwältin, die Anschläge von Halle (2019) und Hanau (2020) sowie die aufgedeckten Terrorpläne einer rechtsextremen Terrorzelle namens „Gruppe S“ im Februar 2020, stellen lediglich die erschreckende „Spitze des Eisbergs“ der verschiedenen Ausprägungen rechter Gewalt gegen Menschen dar. Von den Zahlen nicht erfasst werden all die Menschen, die in den letzten Jahren durch physische und psychische rechte Gewalt verletzt, geschädigt, bedroht und verunglimpft worden sind.

Viele Menschen wurden getötet oder verletzt, weil für sie im Weltbild der extremen Rechten kein Platz ist, manche, weil sie den Mut hatten, sich der Nazi-Polemik entgegen zu stellen. Das Schicksal der Opfer wird in der Öffentlichkeit kaum thematisiert. Für die Überlebenden und Ihre Familien bedeutet ein solcher Angriff mitunter einen tiefen Einschnitt in ihr Leben, teilweise mit schwerwiegenden und sehr belastenden Folgen. Viele sind nach einem Angriff traumatisiert.

Inhalt des Heftes:

„Es gibt hier keine Sicherheit“: die langfristigen Folgen rassistischer Gewalt, Heike Kleffner

Antisemitismus als biographische Erfahrungskategorie, Marina Chernivsky

Der pädagogische Umgang mit Antisemitismus an Schulen. Forschungsbefunde aus dem Schulalltag in Deutschland, Julia Bernstein, Florian Diddens

Hate Speech von rechts, Annika Ross

Toxische Männlichkeit: Entstehung von rechter GewaltSebastian Tippe

Verfolgungswahn, Zerstören und Totschlagen – zur Psycho- und Soziogenese rechter Gewalt, Wolfgang Leuschner

Retraumatisierung von Geflüchteten durch rassistische Gewalt – Erfahrungen aus der Betroffenenberatung, Kai Stoltmann

Niedrigschwellig, ganzheitlich, sozialarbeitend – Psychosoziale Beratung von Betroffenen rassistischer Gewalt mit Fluchterfahrung, Lena Nowak

Solidarisch & Professionell: Zwei Jahrzehnte unabhängige Beratung für Betroffene rechter, rassistisch und antisemitisch motivierter Gewalt, Heike Kleffner, Ceren Türkmen

Bestellmöglichkeit: Die Zeitschrift „TRAUMA – Opfer rechter Gewalt“ können Sie im Webshop des ZTK (portofrei) für 19 Euro bestellen:

https://www.ztk-koeln.de/broschueren-und-buecher/zeitschrift-traume-heft-1-2020-schwerpunktthema-opfer-rechter-gewalt

Publikationen des VBRG e. V.

Täglich werden in Deutschland drei bis vier rechts, rassistisch oder antisemitisch motivierte Gewalttaten verübt. Die im Dachverband der unabhängigen Beratungsstellen für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt (VBRG) zusammengeschlossenen Beratungseinrichtungen sorgen dafür, dass die Angegriffenen und Verletzten nicht alleine bleiben. Sie beraten und unterstützen direkt Betroffene ebenso wie Zeug*innen und Angehörige: kostenlos, vertraulich, vor Ort, parteilich im Sinne der Betroffenen und auf Wunsch auch anonym. 

VBRG e.V. (Hg.): Was tun nach einem rechten, rassistischen und antisemitischen Angriff? Handlungsmöglichkeiten und Hilfe für Betroffene, Angehörige und Zeug*innen. Ein Ratgeber.

(2. aktualisierte Auflage, 2019)

Der Ratgeber richtet sich an diejenigen, die eine rechts, rassistisch, antiziganistisch oder antisemitisch motivierte Gewalttat erlebt haben sowie an Angehörige, Freund*innen, Zeug*innen und Verweisberater*innen. Die einzelnen Kapitel erklären auf 72 Seiten, worauf direkt nach einem Angriff zu achten ist und geben einen Überblick über den Ablauf eines Ermittlungsverfahrens und eines Strafprozesses. Neben Fragen zu Entschädigungszahlungen werden auch mögliche psychische Folgen eines Angriffs erklärt. Der Ratgeber ist bislang auf Englisch, Türkisch, Romanes und Deutsch erschienen.

VBRG e.V. (Hg.): Unterstützung nach einem rechten, rassistischen und antisemitischen Angriff. Ein Ratgeber für Angehörige von Betroffenen

(2. Auflage, 2018)

Der Ratgeber richtet sich explizit an Angehörige sowie Freund*innen und Unterstützer*innen von Betroffenen rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt und informiert über Hintergründe und Folgen solcher Gewalttaten. Der Ratgeber hilft so, die Betroffenen besser zu verstehen und zu unterstützen: u.a. mit Hilfe von Empfehlungen, wie die Gewaltbetroffenen begleitet werden können, um das Erlebte zu verarbeiten und die oft schwerwiegenden Folgen zu überwinden. Außerdem bieten die 36 Seiten leicht verständliche Informationen und Hinweise, wie mit den unterschiedlichen und häufig starken emotionalen Belastungen umgegangen werden kann. Der Ratgeber ist bislang auf Deutsch erschienen.

VBRG e.V. (Hg.): Im Fokus von Neonazis: Rechte Einschüchterungsversuche auf der Straße, zu Hause und im Büro, bei Veranstaltungen, im Internet. Ein Ratgeber für Betroffene und Unterstützer*innen

(aktualisierte 6. Auflage, 2018)

Der Ratgeber richtet sich an alle, die in den Fokus von Neonazis geraten oder von rechten Beleidigungen, Anfeindungen und Bedrohungen betroffen sind: beispielsweise Ehrenamtliche aus Initiativen und Vereinen, Religionsgemeinschaften, Kommunalpolitiker*innen oder Pädagog*innen. Für die Betroffenen und ihr Umfeld können die Folgen rechter Bedrohungen gravierend sein. Was also tun, wenn man selbst, der eigene Verein oder die Arbeitsstelle in den Fokus der rechten Szene geraten ist? Auf 64 Seiten finden sich präventive und reaktive Handlungsmöglichkeiten und viele Vorschläge für sinnvolle Vorkehrungen in unterschiedlichen informiert. Damit kann praktische und solidarische Hilfe gestaltet werden. Der Ratgeber ist bislang auf Deutsch erschienen.

VBRG e.V. (Hg.): Unterstützung nach einem rassistischen Angriff. Ein Ratgeber für Geflüchtete in einfacher Sprache

(1. Auflage, 2016)

Viele nach Deutschland geflüchtete Menschen sind von rassistischer Gewalt betroffen. Der Ratgeber für Geflüchtete in einfacher Sprache gibt einen kurzen und leichtverständlichen Überblick, welche Möglichkeiten Betroffene nach einem rassistischen Angriff haben. Auf 10 Seiten finden sich wichtige  Informationen ihre Rechte als Opfer einer Straftat und die Befugnisse von Polizei und Justiz. Die Arbeit der Beratungsstellen für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt wird vorgestellt und verschiedene Anlaufstellen zur Unterstützung und Beratung genannt. Der Ratgeber ist bislang auf Deutsch erschienen.

Alle Ratgeber können Sie unter folgender Webadresse kostenfrei herunterladen:

https://www.verband-brg.de/publikationen/

Publikationen der Amadeu Antonio Stiftung

Die Amadeu Antonio Stiftung, die 1998 gegründet wurde, hat das Ziel, eine demokratische Zivilgesellschaft zu stärken, die sich konsequent gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus wendet.
Dafür unterstützt sie Initiativen und Projekte, die sich kontinuierlich für eine demokratische Kultur engagieren und für den Schutz von Minderheiten eintreten. Die Stiftung fördert unkompliziert und verteilt das Geld gezielt dort, wo es am dringendsten benötigt wird.
Eine Liste der aktuellen Publikationen der Stiftung finden Sie unter: https://www.amadeu-antonio-stiftung.de/publikationen/

Haben Sie Fragen? dann wenden Sie sich bitte an: Dipl.-Psych. Thomas Weber, Geschäftsführung
Zentrum für Trauma- und Konfliktmanagement (ZTK) GmbH, Clemensstr. 5-7, D-50676 Köln
Tel.: +49 (0)221-420 477 90, Fax: +49 (0)221-420 477 93″

 

Bleiben Sie gesund und munter!!

Mit herzlichen Grüßen

Dagmar Benner

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